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In den europäischen Finanzmärkten spielen mithin Bilanzen und Kennzahlen eine viel beachtete, staats- und unternehmenstragende Rolle. So ist denn vermutlich auch ein Jeder, selbst Laien, aber besonders Steuerzahler, verwundert, wenn eine Bank zur Bad Bank erklärt wird und sich später um 55 Milliarden Euro verrechnet respektive Geldbeträge irrtümlich falsch bucht. Ich will mir gar nicht erst ausmalen und ausrechnen, was man mit diesem beachtlichen Milliarden-Geldbetrag alles zu tun imstande wäre sprich wie viele Menschenleben, vor allem in Drittländern, damit gerettet werden könnten…

Allein in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft, belächelt man derartige Fehler einer Bank, die ihrem sicher wörtlich zu nehmenden Namen: Bad Bank, weiterhin alle Ehre zu machen gedenkt. Ist ja ohnehin ‚Fremder Leute Geld‘. Zudem wird/werden der/die „schuldige/n Buchhalter“ gesucht, gefunden und gefeuert. Logisch: he/they is/are not too big to fail. Jedenfalls wird man uns Bürgern das, wie immer, glauben machen. Der verantworliche Finanzminister darf jedenfalls weiter lächeln und sich seine stets ‚unschuldigen Hände‘ pekuniär waschen und reiben. Sind doch nur kleine, dumme, falsche Buchungs- und Bilanzzahlenfehler respektive vertauschte Zahlen-Vorzeichen. Das kann doch wohl jedem mal passieren – oder? Und der Staatshaushalt sprich der Steuerbürger, kann sich eigentlich darüber freuen – meint der letztinstanzlich Verantwortliche, der Bundesfinanzminister.

Und einer, der ihm dies sicher gut nachempfinden kann, weil er Fehler in der Buchhaltung, immer, irgendwie, ähnlich wegzulächeln und wegzuerklären wusste, ist AWD-Co-Gründer Carsten Maschmeyer. Allerdings gingen dem AWD nun, auf ungeklärte Weise, von 2009 bis 2010 rund 6000 AWD-Mitarbeiter in der Bilanz verloren und als wäre dieser Verlust fürs Unternehmen nicht schon hart genug, darf man nun noch nachlesen, dass zusätzlich von 2001 (3 Millonen Kunden) bis 2011 (2 Millionen Kunden) eine Million AWD-Kunden in der Unternehmensbuchhaltung offenbar wertbereinigt wurden. Nicht ganz ausgeschlossen, dass auch hier die veröffentlichten Kennzahlen Fehler aufweisen. Carsten Maschmeyer betont indess bei jeder Gelegenheit ganz explizit, AWD habe 2 Millionen zufriedene Kunden. Es ist somit anzunehmen, dass der AWD offenbar eine Million Kunden, mithin Eindrittel verlor. Zählten diese wohlmöglich nicht zum Kreise der von Maschmeyer zitierten, ‚zufriedenen AWD-Kunden‘?

Ein Narr, wer dabei Böses denkt und vielleicht noch, mutwillig falschverstanden, kolportiert, AWD zahle seinen Buchhaltern eine Erfolgsprovision für Kreativität.

Maximilian von Ah
Buchautor GELD FRESSEN SEELE AUF
und ehemalier geschäftsführender Landesdirektor im MLM-Finanzvertrieb
 
 
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