Die weltweite Finanzkrise hat nicht nur den Finanz-Produktanbieterinnen wie: Banken, Versicherungen, Fonds-Gesellschaften, eccetera, die Bilanzen und Gewinne verhagelt, sondern auch deren vertraglich eingebundenen Produkt-Vermittlern/-Maklern, den sogenannten Finanzvertrieben, wie: AWD, BONNFINANZ, DVAG, FORMAXX, MLP, OVB und anderen…

Dass nun manche dieser Finanzprodukt-Vermittler-Chefs, wie beispielsweise der AWD-Deutschland Chef Götz Wenker, in einer ‚medialen Kampagne‘ für mehr Produkt-Transparenz zu Gunsten der Verbraucher plädieren, wird ein jeder informierte Verbraucher/Konsument, mit einem Schmunzeln quittieren und als neuerlichen Versuch zur mutmasslichen ‚Verdummung und Suggestion‘ werten.

Denn beispielsweise heisst es in folgender Pressemitteilungen: (s. hier )

›› AWD Deutschland-Chef Götz Wenker verweist auf die Notwendigkeit von Transparenz in der Finanzberatung: „Verbraucher wollen die angebotenen Finanz- und Versicherungsprodukte so erklärt bekommen, dass die Produkte für sie transparent werden.“ ‹‹

Wenker kennt natürlich das AWD-System und dessen Médie nur allzu gut, und so kommt ihm dieses Lippenbekenntnis auch leicht über die Lippen; wissend das er, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, bei allen Verbrauchern auf offene Ohren trifft, wähnen diese sich doch endlich verstanden – selbst vom AWD…

Allein, was viele Verbraucher nicht wissen: das Ganze folgt einem System! Finanzvertriebs-Firmenchefs, die nämlich eine solche Finanzprodukt-Transparenz für den Verbraucher so medial wirksam einfordern, sitzen bereits in einem allseits abgesicherten, veritablen Eigenfinanznest.

Einige als Haupt- und/oder Mehrheits-Eigentümer, auch und insbesondere an allen Provisionseinnahme-Rechten ihrer subvertraglichen Finanzprodukt-Vermittler; und einige Chefs, die eben nicht Eigentümer dieser Rechte sind, sondern nur angestellte Geschäftsführer, werden mit einem horrenden Festgehalt plus Erfolgsboni bezahlt.

Aus dieser einkommenssicheren Position, lässt sich leicht und gut Transparenz einfordern. Vor allem, wenn man eine solche beim Kunden gar nicht selbst, sprich persönlich, zu vermitteln hat…

Juristisch gesehen, gilt es jedenfalls diverse Kausalbeziehungen mit unterschiedlichen Rechtsverhältnissen und spezifizierten, voneinander unabhängigen Verträgen zu kennen.

Hier wären mithin:

1. Finanzprodukt-Anbieter (z.B. Bank) versus Finanz-Vertriebsgesellschaft;

2. Eigentümer Finanzvertrieb versus angestellte Geschäftsleitung/-Führer;

3. Finanzvertriebs-Gesellschaft versus Finanzprodukt-Vermittler, die mehrheitlich als freie Handelsvertreter oder Franchise-Nehmer, unter einheitlichem Vertriebs-Firmen-Logo auftreten.

4. Finanzprodukt-Vermittler versus Finanzprodukt-Kunden/-Verbraucher.

Allein einzig diejenigen, die den ‚originären Cash-Flow‘ durch alle Ebenen erst möglich machen, stehen dabei an vierter, also an letzter Stelle und bezeigen  diejenigen, mit den wenigsten Rechten und der geringsten Transparenz in dieser Kausalkette.

Dieser Vermittler steht bei der Finanzvertriebs-Gesellschaft, lediglich als nahezu Rechteloser Sub-Unternehmer im Vertrag. In der Regel unter einem stetig wachsenden Karriere- und Erfolgs-Leistungsdruck, finanziert er sich ausschließlich über Erfolgs-Provisionen aus seinen vermittelten Finanzprodukt-Verträgen; ohne Vermittlungen, kein Einkommen, keine Karriere, keine soziale Anerkennung. Er und seine Familie vielfach vor dem Abseits, oft am finanziellen Rand, mit Schuldenspirale vor gesellschaftlichem Abgrund.

Der Kunde/Verbraucher, hat in der Regel wenig bis keine Kenntnisse vom Finanz- und Karrieredruck des Vermittlers, geschweige denn von den Finanzprodukten und der Komplexität des Finanzmarktes. Doch kennt er in der Regel den Vermittler aus seinem sozialen Umfeld und vertraut ihm allzu oft gerade deshalb. Einem Fremden würde er seine Tür so schnell nicht öffnen…

Und allein dieser provisionsabhängige, karrierespekulierende, selbst im Schuldenkreislauf stehende Vermittler, der mit dem Leasingraten geschuldeten Porsche vorfährt, soll nun die Quadratur des Kreises, die Produkt-Transparenz hervorbringen. Eine Transparenz, die ihm aufgrund der Komplexität und Kompliziertheit des Produktes, oft selbst verborgen blieb, weil sein Finanzvertriebs-Chef, der, der nun diese vermeintlich „uneigennützige“ Transparenz für die Verbraucher einfordert, zuvor über die Inhalte der Vermittler-Ausbildung und –Schulung, auch ihm die Antworten schuldig blieb. Jene Schulungen, bei welchen nicht selten die Maxime galt: „Ein erfolgreicher und guter Vermittler, weiß alles über seine zu vermittelnden Finanzprodukte, ein erfolgloser und schlechter Vermittler,  gibt seinem Kunden sein gesamtes Wissen weiter.“

Als Vermittler fühlt er sich, durch das Lippenbekenntnis seines Chefs, zwischen den Stühlen.

Er weiß: Vermittlung und Beratung kennen einen Unterschied und haben einen Preis. Beratung ist zeitintensiv und muss immer einschließen, dass eine Produktvermittlung nicht stattfindet;

Er weiß: Produkt-Transparenz aufzeigen, fördert beim Kunden allzu oft Zweifel und Fragen, weil dieser durch die Vielfalt an neuen Information immer mehr zu überlegen, zu hinterfragen bekommt, in der Folge länger zögert und absagt;

Er weiß: seine persönlichen Rechnungen, geschäftlich und privat, dulden keinen Aufschub, keine Absage;

Er weiß: es fehlen im nur noch wenige Erfolgs-Einheiten, um die nächste Karrierestufe, die nächsthöre Provisions-Stufe, zu erreichen.

Fazit: Finanz-Produkt-Vermittler die in einem rein provisionsabhängigen, pyramidal aufgebauten Karriere-System arbeiten, werden hinsichtlich des eigenen Finanz-, Karriere- und Systemerfolgs kontraproduktiv, wenn sie im Sinne der Verbraucher allzu bedarfsorientiert und transparent beraten.

Notabene sollte man wissen: dass diese Art der Finanzvertriebe ausschließlich im Umfeld sozialer Netzwerke Unternehmens- und Finanz-Erfolge generiert, sie brauchen ständig Neukunden mit Neugeldfluss. Doch Neukunden, kommen mit der Zeit nur noch über neue Vermittler, weshalb jeder Aufruf nach mehr Transparenz für den Verbraucher, ein rein systemreinigendes Ziel verfolgt.

Die Eigentümer der Finanz-Vertriebsfirmen und ihre angestellten Chefs, bleiben hierbei in jedem Fall die Gewinner – ob mit oder ohne Transparenz.

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