Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , ,


Finanzvermittler leben vom vermitteln, nicht vom beraten.Alle suchen wir den wirtschaftlichen Erfolg. Für viele trägt er den Namen Multi-Level-Marketing, kurz MLM genannt und hat System.

Laut US-Magazin Forbes, das erfolgreichste System der Welt, aus dem weltweit die meisten Einkommensmillionäre hervorgehen. Wer möchte da nicht teilhaben, vom wirtschaftlichen Erfolg dieses Billiarden-Marktkuchens ein Stück abbekommen?

Zahlreiche Märkte sind absolut fest in der systematischen Hand des MLM. Tupperware, Kochtöpfe, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika & Beauty-Cremes, Wasserfilter, Ferienreisen, Schmuck und Finanzprodukte aller Couleur, um nur einige Marktboomer zu nennen.

Allein den größten Erfolg, den größten Reibach von allen, haben die, die GELD, das „Gold des Lebens“ durch ihre Vermittlung laufen lassen; die Finanzvertriebe.

In Europa in den 50er Jahren gestartet (Finanzvertriebe: Gründerväter und Despoten), haben mittlerweile einige Hunderttausend Menschen ihren eigenen Erfolg bei Unternehmen wie: AWD, BONNFINANZ, DVAG, FORMAXX, OVB & Co gesucht; und 99% dieser Erfolgsucher fanden dabei eine Gemeinsamkeit: SCHULDEN bis zum Ruin!

Lediglich die Eigentümer jener juristischen AG/GmbH & Co.KG Firmen-Mäntel, die Vertriebsfirmen selbst, die alle Rechte bis hin zum Provisionen-Inkasso in ihren Händen halten, ihre fest angestellten persönlichen Handlanger und Geschäftsführer sowie einige wenige obere Führungsmanager des Vertriebs, ernten jenen wirtschaftlichen Erfolg, den die anderen 99% auf eigenes Risiko vermittelt und eingefahren haben. So mancher System unerfahrene schüttelt da wohl jetzt den Kopf und sagt: ›› sorry, das kann doch nicht sein – oder? ‹‹

Und doch entspricht es der traurigen Wahrheit, die einer interessierten ungläubigen Öffentlichkeit leider viel zu lange vorenthalten blieb.

Jeder Finanz-Produkt-Vermittler in einem MLM-Vertrieb, erlebt dabei die Quadratur des Kreises am eigenen Leibe. Einerseits wird er im Vertriebsunternehmen behandelt wie ein Angestellter, sprich er untersteht ganz klar dem Führungsmanagement und dessen Weisungen, ist aber de jure selbstständig erwerbender Handelsvertreter auf eigenes wirtschaftliches Risiko.  Diese Zwitterstellung wird ihm allerdings erst richtig bewusst, wenn er schon viel zu tief in der von den Eigentümern eingefädelten finanziellen Abhängigkeit steckt.

Den Sekten vergleichbar, werden alle Neulinge und Einsteiger zum ›leichten Erfolg‹ gepusht und finanziell angefixt. In der Regel als Zweitberufler eingestiegen, dürfen sie bereits nach Wochen an der Welt der Erfolgreichen schnuppern und werden auf Ausbildungsseminare und Gala-Events in Luxus-Hotels eingeladen; vorausgesetzt sie haben bereits erste Kundenkontakte aus dem eigenen persönlichen Netzwerk (Social Network Marketing) erschlossen und dort allein oder mit ihrem Teamleiter, dem vermeintlich erfolgreichen Spezialisten, erste Finanzprodukte vermittelt. Bewusst wird jedem Neuling und Einsteiger suggeriert, dass ein finanzieller Erfolg mit dem MLM-System für JEDE/N machbar ist, wenn er zu Einhundert-Prozent nachlebt, was die im Unternehmen ERFOLGREICHEN vorleben. Und sie/er möge sich schnellstens daran gewöhnen: im MLM gelte das Gesetz der großen Zahl.

Die Unternehmens-Gemeinschaft lebt mithin jenen allseits gesuchten wirtschaftlichen Erfolg mit aller Konsequenz vor, soll heißen: sichtbar und zum Anfassen für Jede/n. So trägt man die Lässigkeit des Erfolgs über den Dress-Code a la Armani, Boss, Chanel, Gucci, Jil Sander, Versace, Valentino und ähnlichen Haute Couturiers, behängt sich mit goldglänzenden Geschmeiden und fährt protzig auffallende Luxus-Karossen. Sehen und gesehen werden; nicht zuletzt auch von den potenziellen Kunden, die allzu oft auch die potenziellen MLM-Mitarbeiter/ Sub-Vermittler von morgen sind. Erfolg ist schließlich ansteckend!

Und weil dieser vermeintliche Erfolg zum Greifen nah ist, weil die ersten eigenen Finanzprodukt-Vermittlungen sich so schnell und einfach einstellten; erste MLM-Karrierestufen mit eben dieser Leichtigkeit bereits erreicht wurden; und weil unglaublich viele den Erfolg ihrer Teamleiter ganz einfach nachmachen, Karrierestufe um Karrierestufe, prozentuale Provisionsstufe um Provisionsstufe hinauffliegen, scheinen Zweifel und Skepsis vollkommen fremd und unangebracht. Auch nicht wenn man erfährt, dass die Abrechnung von Vermittlungsprovisionen bei  Produktanbietern wie: Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften etc., je nach Finanzprodukt bis zu vier Monate dauern kann. Mal ganz abgesehen davon, dass sich mit der Zeit auf gar wundersame Weise auch Fehlbuchungen in dem ohnehin oft unverständlichen Provisionsabrechnungs-Dschungle der Vertriebsfirmen zeigen können, deren Aufarbeitung und Richtigstellung nicht selten Monate dauert und die Vertriebsmitarbeiter entsprechende Überbrückungskreditzinsen kostet, während die Vertriebsfirmen schlimmstenfalls bis zur Klärung zusätzliche Liquidität  sprich Betriebsmittel zur Verfügung haben. Ein Narr, wer böses dabei denkt?

Entsprechend jovial bieten die Vertriebsgesellschaften deshalb eine Cash-Flow-Überbrückungshilfe in Form von kreditierten Provisionsvorschüssen an – natürlich rein freiwillig für diejenigen, die es brauchen und nutzen wollen. Ein Zweitberuf’ler hat in der Regel sein Einkommen aus dem Hauptberuf, dementsprechend nutzen nur wenige dieses Kreditangebot. Ganz im Gegensatz zu jenen, die den Finanzvermittler zu ihrem Hauptberuf machen. Kaum einer von ihnen, der dieses verlockend einfache Kreditangebot nicht nutzt.

Der Entschluss Finanzberater/ Finanz-Optimierer / Finanzvermittler im Hauptberuf zu werden, bleibt vordergründig natürlich freiwillig. Allerdings lernen die Vermittler in ihren Schulungen & Seminaren die Metapher, dass kein Flugzeug mit halber Schubkraft ins Fliegen kommt, und wenn jemand an seinen persönlichen Erfolg im Finanzvertrieb glaube, sei Vollgas eine logische und unabdingbare Konsequenz für das Eintreten des Erfolgs. Erfolg sei das was automatisch erfolge, wenn man mit hundertprozentigem Einsatz ein bereits erfolgreich etabliertes Unternehmens-System, ohne auch nur ein Jota von der vorgelebten Systematik abzuweichen, umsetzt.

Ist man erst Hauptberufler geworden, will man natürlich auch ganz nach Oben auf der pyramidalen Karriereleiter des Erfolgs. Der Erfolg wird bald schon zur Droge, täglich neu angefixt durch aufwendig gestaltete Motivations-Workshops, Tages- und Wochenendseminare. Alles Leben dreht sich plötzlich nur noch ums Geld, um Wünsche, Ziele und Zukunftsvisionen. Nachdem das eigene soziale Netzwerk abgegrast ist, steht bald zu klären an auf welchem Wege man nun gedenkt, persönlich unterstellte Sub-Vermittler anzuwerben. Solche, die es nämlich laut MLM-Erfolgs- und Karriereplan braucht, um auf der Karriereleiter weiter aufzusteigen. Die Führungsmanager pushen nun diejenigen Hauptberufler, bei denen sie das vertriebs-verkäuferische Potenzial zum Erfolg erkennen. Sie bieten ihnen an, zunächst in ihren Büroräumen und unter ihrer Kompetenz allfällig neue Sub-Vermittler des Hauptberuflers einzuarbeiten, bis dieser selbst dazu in der Lage sei; und er möge doch überlegen, welche seiner Netzwerk-Kunden er als erste Sub-Vermittler anwerben möchte.

Zu diesem Zeitpunkt weist das Kreditkonto des Hauptberuflers aus Vorschüssen zu Provisionsansprüchen, bereits einen erheblichen Schuld-Saldo auf, den er  mit ständig neu vermittelten Ansprüchen aus Geschäfts-Provisionen leicht nach und nach tilgen könne, suggerieren ihm seine Führungsmanger. Ein Teufelskreis entsteht, aus dem viele nicht mehr rauskommen. Er/sie muss sich nun entscheiden: Aufgeben und Aussteigen? Wenn, dann ganz sicher mit Schimpf und Schande im eigenen sozialen Netzwerk und: mit Schulden. Diese abzuzahlen, würde es bereits einige Monate wenn nicht Jahre dauern. Also dann lieber das Gegenteil von Aufgeben: die gezielte Investitions-Offensive für ein eigenes Büro, eine eigene Infrastruktur, um der Karriere den ultimativ notwendigen Kick zu geben…?

Die Flucht in den finanziell gepushten, turbo-schnelleren Karriere-Aufstieg, scheint den meisten als vermeintlich besserer Weg. Zudem glauben sie: je höher sie in der Karriereleiter aufsteigen, je höher sind ihre Provisions-Ansprüche; auch und vor allem aus den prozentualen Beteiligungen an den Provisionen ihrer neuen, selbst angeworbenen Sub-Vermittler. Je mehr eigene Sub-Vermittler desto schneller die Karriere und je höher das Geschäft, frohlocken auch ihre Führungsmanager. Diese, machen ihnen gar Mut, suggerieren die klare Machbarkeit des Erfolgs – wohl wissend, dass sie selbst in ihrer MLM-Karriere davon profitieren. Also Vollgas! Weitere Kredite und Schulden werden aufgenommen – entweder bei der Familie, bei Freunden, der Hausbank, oder wenn alle Stricke der Bonität bereits gerissen sind, beim MLM-Vertriebsunternehmer. Letzterer scheint unkonventionell und unproblematisch, und das Geld ist sofort verfügbar. Nur noch eine vorsorgliche Unterschrift unter die Abtretung aller bisher und in Zukunft auflaufenden Provisionsansprüche – nur für den Fall der rein theoretisch eintretenden Zahlungsunfähigkeit; und selbstredend auch unter eine Loyalitäts- und Verschwiegenheitserklärung, die für den Fall des Verstoßes mit der Zahlung einer schmerzhaft hohen Konventionalstrafe geahndet werden soll. Alles aber nur proforma, der ordentlichen Buchprüfung wegen, beteuert der Vertriebsunternehmer.

Was man den angehenden MLM-Karrieristen allerdings nicht sagt und was diese nicht ahnen: zu ihrem jetzt stetig ansteigenden Einkommen, wachsen auch die Ausgaben und Betriebskosten nahezu proportional. Der Vertrieb stellt alle Inkasso-, Kredit- und Serviceleistungen, jedes Stück Papier, jedes Seminar mit Seminar-Ordner in Rechnung; bei Unterdeckung des Provisionen-Kontos auch gern kreditiert.

Betriebs- und Lebenskosten getrieben, sucht somit ein jeder Finanzprodukt-Vermittler den wirtschaftlichen Break-Even so schnell wie möglich zu erreichen. Allein die Finanzvertriebs-Unternehmer leben sehr gut, vom und mit dem enormen Kosten- und Verkaufsdruck ihrer Vermittler und Führungsmanager. Und da diese de jure selbstständige Handelsvertreter sind, tragen sie auch allein, also nicht das Vertriebsunternehmen, ihr wirtschaftliches Risiko. Wo hingegen alle Provisionen-Erträge der Vermittler, zuallererst und vor deren gesamten Betriebskosten, beim Vertriebsunternehmer vereinnahmt und dort in der Zentralverwaltung um dessen Kosten bereinigt werden. Lediglich was der Vertriebsunternehmer an Zahlungen freigibt, kommt beim vermittelnden Handelsvertreter noch an.

Doch irgendwann treten erste Resignationen bei diesen auf, man verliert bald allen Glauben an sich selbst und den wirtschaftlichen Erfolg. Allein wie bei allen Drogenabhängigen – und hier wohl in besonderem Maße bei den Abhängigen dieser MLM-Erfolgs-Droge – deaktivierte die physisch und psychisch subtil und schleichend manifestierte Sucht, längst schon jegliche Vernunft und ganz sicher allen Verstand. Und so erhöhen sie weiterhin ihre Schulden, als sei es ein Geld-Vernichtungs-Wettspiel namens Vereinigte Staaten von Amerika, aus dem sie  irgendwann tatsächlich noch als „Gewinner“ hervorgehen könnten.

Als ehemaliger rein Provisionen abhängiger geschäftsführender Landesdirektor im MLM-Finanzvertrieb, weiß ich dies alles aus eigenem Erleben zu berichten, und ich habe auch heute noch gute Kontakte in die Vertriebe die mir bestätigen, dass sich an dieser Schuldenspirale bis heute nichts geändert hat. Warum sollte sich daran auch etwas ändern, denn die Vertriebsfirmen-Eigentümer generieren mit dieser Menschen und Existenzen vernichtenden Unternehmenspraxis weiterhin ihre Milliarden! Und die gutbezahlten Aufsichtsräte aus Politik, Wirtschaft und Medien, sanktionieren seit 30 Jahren, und jedes Jahr aufs Neue, derartig erzielte Vertriebs-Unternehmergewinne. Da muss es dann auch nicht mehr verwundern, wenn Vertriebsfirmen-Despoten wie Pohl, Maschmeyer und Co ihre jeweiligen Haus- und Hof-Fotografen zu bestimmten Anlässen mit regierungsnahen Politikern, am liebsten mit Alt- und Neu-Bundeskanzlern und Alt- und Neu-Bundespräsidenten  bestellen, damit diese immer wieder neue werbewirksame Fotos schießen; gutes Selbstmarketing ist eben Teil ihres Unternehmens-Erfolgs.

Und wehe derjenigen Person, die einem derart umtriebigen Vertriebs-Patron in die Quere kommt. Warum der einstige AWD-Eigentümer Carsten Maschmeyer, beispielsweise mich, aus der Schweiz jagen lassen wollte. Wie ich mit meiner fünfköpfigen Familie notabene zu welch hohem Preis, der zerstörerischen Verfolgung dieses von der Politik hofierten, Medien bekannten Finanzjongleurs und Drückerkönigs doch noch entkommen konnte, lesen Sie in meinem Insider-Roman: Geld fressen Seele auf.  

Buchcover Geld fressen Seele auf2

Schauen Sie auch auf meine Website vorbei: Der MLM-Finanzvertrieb-Insider, hier.

Advertisements